01 Juni 2026

Reflektionen

Beim Putzen und Staubsaugen denke ich meistens über Vergangenes nach. Früher machte ich mir Gedanken, was ich kochen soll, heute lasse ich mir Ereignisse der jüngsten Vergangenheit noch mal durch den Kopf gehen.

Dabei frage ich mich, ob meine Entscheidungen richtig sind, oder ob ich zu empfindlich bin und aus einer Mücke einen Elefant mache. Heute dachte ich nochmal über meinen Rückzug von meiner Familie nach, ob das alles gerechtfertigt ist. Und sowieso denke ich natürlich an meine zwei Enkelinnen, die ich sehr liebe und die mir natürlich fehlen. Genauso geht es mir mit meinen Enkeln.

Wenn viel Zeit vergangen ist, der Schmerz nicht mehr so weh tut, neigt man dazu, alles in rosanem Licht zu sehen und zu beschönigen. Da war das kurze Intermezzo vorletzten Monat hilfreich, weil es mir vor Augen führte, dass ich eben doch richtig empfinde und alles seinen Grund hat. 

Irgendwie bin ich richtig dankbar dafür, dass es mir nochmal gezeigt hat, was Sache ist. So gibt es kein Vertun, es ist klar und deutlich und ich bin mir dessen bewusst, auf was ich verzichte, damit meine Seele gesunden kann. Seit ein paar Tagen geht es mir so gut, dass ich vom Denken ins Machen komme. Das bin ich überhaupt nicht gewohnt und freue mich richtig darüber. So muss ich kein schlechtes Gewissen haben, weil ich mit meinen Arbeiten nicht hinter her komme. Meine Agenda habe ich bis auf zwei Dinge abgearbeitet. Das sind die Türzargen, die ich mit Farbe ausbessern muss und das Lüftungsgitter, welches ich von Rost befreien und frisch anmalen muss. Aber nach der Arbeit ist vor der Arbeit. An so einem alten Haus gibt es immer was zum werkeln.


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