...gestern sind wir wieder in den von uns bevorzugten Wald mit dem Trimm dich Pfad gegangen. Letztes mal war der Akku alle und ich konnte keine Bilder machen. Das war blöd, weil ich mit einer Frau sprach, die mir erzählte, was es mit dem Wald auf sich hat.
Das ist Hexe, wie sie reagierte, als ich sie zum Aufstehen aufforderte, damit wir gehen konnten. Es waren soviele Leute unterwegs, dass ich am Wald keinen Parkplatz fand.
Sonntags, bei schönem Wetter, sind wahnsinnig viele Menschen unterwegs. Ich lasse Hexe frei laufen und sie folgt mir fast auf's Wort. Das freut mich sehr und macht mich glücklich.
Aber in manchen Situationen leine ich sie doch lieber an. Nicht alle Menschen mögen Hunde und viele mögen sich selber nicht, manche haben Angst vor Hunden, andere Angst vor Menschen, manche haben Angst um der Angst willen.
Chase Hughes sagt in seinen Videos, dass der Mensch im Erwachsenenalter bei subjektiver Gefahr immer noch genau so reagiert, wie damals, als er 8 oder 9jährig mit einer Strategie Erfolg hatte. Diese Strategie wiederholt er sein Leben lang. Hughes sagt, er könne innerhalb von Sekunden diese Strategie erkennen und dadurch die Wunde identifizieren, die dem Mensch im Kindesalter zugefügt wurde. Dann folge tiefes Mitgefühl für den betreffenden Menschen und Verständnis. Da sei dann kein Platz mehr für Angst oder Aggression. Ich wünschte, ich wäre auch soweit fortgeschritten in meinem eigenen Prozess der Bewusstwerdung.

Hier auf diesem Bild sieht man Überreste eines Arbeitslagers aus der nationalsozialistischen Zeit. Nicht erst seit ich das weiss, fühle ich mich etwas befremdlich hier. Mir fiel von Anfang an auf, dass ich schwer in den Wald hinein, sowie hinaus gehe. Das habe ich auf den Trimm dich Pfad geschoben, weil Norbert schon immer sagte, dass die Menschen in den Wald gingen um ihren Ballast dort zu lassen und die Natur das nicht so schnell neutralisieren könne.
Dieses ehemalige Gebäude ist unterkellert und als ich es begutachtete, kam mir der Gedanke, dass es vielleicht ein gutes Versteck sein könnte im Notfall, wenn die Ängste vor einem neuen Krieg Wirklichkeit werden sollten.
Dummerweise habe ich den Opferschnaps für etwaige, gebundene Seelen zu Hause vergessen. So konnte ich nur ein paar Ave Maria beten.
Das obere Bild ist das Ergebnis des Hineinzoomens. Etwas Menschliches kann ich nicht erkennen. Nur zwei hundartige Köpfe konnte ich ausmachen. Aber das kann auch ein Streich meines Gehirns sein.
Wenn man bedenkt wie viel weniger Menschen zur NS-Zeit gelebt haben, kommt man zu dem Schluss, dass es hier ganz schön dunkelbraun gewesen sein muss, vor 90 Jahren. Oben auf der Wille hat es ja auch eine nicht fertig gestellte Thingstätte. Das stützt meine Meinung, dass die damaligen Menschen sehr wohl wussten was geschah. Man konnte ja dann auch billig Hausrat erwerben, von den Deportierten.
Aber jetzt genug davon. Ich hoffe, dass diese Zeit sich nicht wiederholt. Schnell zurück, ins Hier und Jetzt!
Seht mal, wie schön Hexe dasteht! Ich bevorzuge diesen Wald, weil der Weg so flach ist. Nur wenn man zum See geht, gibt es einen Anstieg, der dann wenn man den See erreicht hat, wieder abwärts führt um dann wieder gerade zu werden. Weiter links weg, ist auch eine Bank. Vermutlich werde ich dorthin gehen, oder eine andere Route wählen.
Wenn ich eine Elfe wäre, würde ich in diesem Busch hausen.💚 Das ist ein lauschiges Plätzchen.