...gestern sind wir frisch gestriegelt und gespornt in die Stadt gegangen und haben nachgeschaut ob alles an seinem Platz ist. Die Stadtgärtner haben Teile der schönen Blumenwiese, sehr zu unserer Freude, stehen gelassen. Nach dem Kontrollgang setzte ich mich, auf die Bank an der Kirche, in den Schatten.
Es dauerte nicht lange, dann setzte sich ein Radfahrer zu uns. Wir haben uns angeregt über Gott und die Welt unterhalten. Der Mann wohnt in Albnähe und macht eine Radtour durch das Allgäu, an die 80 Kilometer täglich. Wir redeten über Persönliches, Personenstand, Kinder und über Politik. Ich staunte nicht schlecht, als er sagte, dass er 82 Jahre alt ist. Ich habe ihm erzählt, dass ich auch alles selber mache, egal was es ist und keine Hilfe will, weil man das, was man nicht regelmässig tut, verlernt. Plötzlich kann man es nicht mehr. Er hat mir zugestimmt und von Freunden erzählt, die jetzt im Alter abgebaut haben. Es ist, glaub ich, schon so, dass man mit 70 denkt, 80 sei alt und mit 80 meint man, 90 sei alt. Die Metapher alt sein verändert sich jeweils vom tatsächlichen Alter aus. Als die Sonne den Schatten vertrieben hat, habe ich mich verabschiedet und bin nach Hause gegangen.Daheim angekommen habe ich erst mal gevespert und glaubte, dass ich die Hauptmahlzeit ausfallen lassen könnte. Um 21:00 bin ich doch nach unten und habe mir geschnittene Maultaschen mit Ei gemacht. Das erzähle ich, weil Hexe die ganze Zeit auf 2 Beinen, mit dem 3. Bein an mir abgestützt, neben mir stand und es nicht erwarten konnte bis es Essen gab.
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