03 April 2026

Morgengrauen

Heute, ganz früh am Morgen, bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Ich habe den Fernseher nicht eingeschaltet und vertraute darauf, dass es schon klappen würde, mit der Einschlaferei. Dann habe ich überlegt, wie ich die Abfolge meiner Arbeiten im Haus am Besten bewerkstellige. Ich habe im Treppenaufgang eine grosse Glocke hängen gehabt. Als meine Enkelbuben noch klein waren, haben sie mit ihr geläutet, aber je grösser sie wurden, desto mehr Kraft haben sie angewandt. Das Ende vom Lied war, dass die Glocke ausgerissen wurde, aber niemand fühlte sich dafür zuständig. Jetzt habe ich ein grosses Loch in der Decke und ich will das reparieren.

Im Zuge meiner Schrankaufräumerei habe ich das Weihnachtskarussell wieder in der Hand gehabt. Das habe ich vor drei, vier Jahren gekauft und fand es ganz schön, wie die filigranen, goldenen Teile sich durch die Kraft einer brennenden Kerze schnell drehten. Leider hat mein Enkel es kaputt gemacht, die Alten schauten zu und haben es nicht verhindert. Natürlich bin ich auch selber schuld, ich hätte es ja auch gleich wegtun können vor der Besuch kam.

Das ging mir heute Morgen durch den Kopf und irgendwie geriet ich in unbekannte Wutzustände. Das war richtig heftig. Das Wutgefühl kam nicht aus der Halsgegend, sondern tief aus dem Bauch. Zuerst wollte ich es ersticken, aber dann sagte es mir, ich solle das zulassen. Ich erinnerte mich, dass man diese Energieschübe mit Bewegung auflösen soll. Jedoch, eine Runde um den Block rennen, oder Holz hacken ist nicht möglich, deshalb begann ich zu atmen, so wie man das während einer Geburt tut. Durch die Nase ein, tief in den Bauch und durch den Mund aus. Frau Neumann sagte, dass man ALLES veratmen kann, Schmerz, Angst und alles andere auch. So habe ich das eine ganze Weile lang gemacht und dann stellte sich ein Gefühl ein, das dem, nach einem Weinkrampf und Naseputzen gleich ist: Erleichterung! Das ist unglaublich! Bin richtig froh, dass ich es so gemacht habe. Aber es kommt nicht aus dem Nichts. Seit Tagen sage ich der geistigen Welt, dass ich bereit bin mich zu verbessern. Ich schreibe das nicht als Vorwurf, sondern als Wegweiser aus der Wut heraus.





 

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