Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass mich die anonymen Kommentare von letzter Woche geärgert haben. Zwar bin ich mir immer noch keiner Schuld bewusst, trotzdem habe ich nachgedacht. Nicht ganz freiwillig, aber aufs Ergebnis kommt es an.
Zu gern hätte ich die Unbekannte enttarnt. Aber die Quelle verweigert stur jede Bestätigung. Egal wie oft ich frage, egal wie sicher ich bin. Stattdessen hat Es mir aufgetragen nachzudenken und nicht weiter zu suchen. Das hab ich befolgt und mich an die universellen Gesetzmässigkeiten erinnert. Wenn ich dem totalen Gegensatz zu mir begegne, beiss ich mich in der Regel nicht mehr am Spiegel fest. Im Gegenteil, ich war ja früher auch anders und weiss, dass der oder die Betreffende noch einiges vor sich hat. Es musste so kommen, keine Frage. Meine Offenheit und unbekümmerte Zurschaustellung von Fotos die mich ganz zeigen, fordert jemanden der sich z.B. nur Kopflos ins Netz stellt, geradezu heraus. Unser zwangloses Leben, das sich auch in unserer Gartengestaltung spiegelt, befürwortet nicht jeder, am wenigsten der, der selber noch in grossem Masse den gesellschaftlichen Zwängen unterliegt. Meine Psychiaterin gab mir einen Satz mit, der heisst: Da wo alles aufgeräumt ist, wo nichts sein darf, da schauen sie ganz genau hin. Ein in der Tat weiser Rat.
Möglicherweise wirke ich auf andere selbstherrlich. Das bin ich aber ganz und gar nicht. Ich lebe nur in der sicheren Gewissheit, dass die Menschen, wenn sie ihre Maske fallenlassen, weitgehend identisch sind. Menschlich eben.
