27 April 2026

Fünf Tage im April

Erst heute bin ich in der Lage über das Erlebte zu schreiben. Eigentlich bin ich in der Hoffnung hingefahren, mich geirrt zu haben. Aber meine Wahrnehmung ist schon richtig. Und meine Schmerzattacke an Ostern hat mich ja vorgewarnt.

Leider sind tatsächlich alle narzisstischen Verhaltensweisen präsent. Bei beiden Eltern. Und trotzdem ist das Verhalten unterschiedlich. Komischerweise sind bei allen Narzissten, die ich kenne, die Symptome da, aber kein Verhalten der vielen Personen ist gleich dem, der anderen. Die ersten Tage ging es noch. Aber als der Stresspegel gestiegen ist, kam immer mehr Unschönes zum Vorschein. Am Ende fühlte ich mich mal wieder als Statist missbraucht, so wie schon oft zuvor. Nicht nur das, sondern auch als Sündenbock. Ich bin die, die ihre Kinder vernachlässigte, die, die ihre Kinder zurück gelassen hat. Dass meine Kinder beim Vater bleiben wollten, wollen sie heute nicht mehr hören.

Bei meinen Kindern war ich bewusst nicht besitzergreifend, dominant und beherrschend wie meine Mutter es bei mir war. Und ich hatte noch das Glück, in einer Zeit aufzuwachsen, in der Kinder zu Fuss und allein zur Schule gingen. Auch die Einkäufe, die ich ab sechs Jahren für sie tätigen musste, meist um anzuschreiben, verschafften mir Freiraum. Das haben die heutigen Kinder nicht. Leider!

Wenn man vergleicht, was ich mit meinen Kindern gemacht habe und was eine Narzisstin mit ihren Kindern macht, klar bin ich oberflächlich betrachtet im Hintertreffen. Aber zurückblickend kann ich sagen, totale Kontrolle ist die Hölle!
Nach der Informationsjagd in Sachen Narzissmus, bin ich in der Lage  Muster zu erkennen. Ich kann manchmal erkennen was die Verletzung des kleinen Kindes war. Ich habe die Festtafel am Nachmittag für einige Zeit verlassen, um mir und Hexe etwas Ruhe zu verschaffen. Das war der Anlass für silent Treatment und Wut. Wenn ich mich zurückerinnere an die Polenfahrt 2015, da habe ich es auch gewagt, am letzten Urlaubstag allein etwas zu unternehmen. Eigentlich war es eher eine Flucht, da hatten wir auf der Heimfahrt die gleiche Stimmung. Noch heute wundere ich mich über die Kraft, die mir meine erhöhten Stresshormone beschert haben. 

Wenn ich es richtig interpretiere, dann fühlt sich meine Tochter von mir verlassen. Damals ging ich meiner Schmerzen wegen in Reha. Zu ihrer Einschulung war ich nicht anwesend. Ich halte diesen Umstand für die Wurzel vom Ganzen. Dazu muss ich ergänzend sagen, dass sie 6 Monate zuvor eine schwere Krankheit durch gemacht hat. Da waren wir 6 Wochen zusammen im Kinderkrankenhaus. Wenn man wollte, könnte man das ganz gut auflösen. Wenn einen erwachsenen Menschen solche Dinge plagen, hat man die Möglichkeit einen Therapeuten zu Rate zu ziehen. Das wäre allmal besser, als den Kopf in den Sand zu stecken und zu beschuldigen.

Es sind ja nicht die Beschuldigungen, die mich verstören. Vielmehr habe ich auch das Gefühl, dass sie  bei ihren Freunden, um Anerkennung zu haben, über mich herzieht. Sie sagt mir offen ins Gesicht, dass sie mich verachtet. Das lässt sie mich bei jedem dritten Satz, den ich sage, auch spüren. Ich sehe ja, wie die eine Freundin mich mustert, wenn sie meint, ich würde es nicht sehen. Da kann ich nur denken, warte mal, bis sie mit dir fertig ist. Sowieso fluktuiert der Freundeskreis, von mal zu mal. Am letzten Tag, vor der Heimfahrt, war die Luft zum Schneiden! Es war richtig unangenehm. Meine Enkelinnen und deren Freundin gingen auf Eierschalen. Auch ich versuchte mich unsichtbar zu machen. Gelungen ist es mir nicht. Die Heimfahrt selbst war eisig und ich war froh, daheim zu sein. Es wäre noch viel mehr zu sagen, aber das gehört nicht hier her.





 

23 April 2026

Schwein gehabt...

 ...ich habe eine neue Autoversicherung abgeschlossen. Beim ADAC! Meine alte Versicherung hat sich um 100% erhöht und deshalb habe ich mich nach etwas günstigerem umgeschaut.

Jetzt bin ich dort Mitglied, obwohl ich nie weit von meinem Wohnort fahre, weil es auf's Gleiche rauskommt beim zu zahlenden Betrag. Die alte Versicherung wollte mir 20 € Rabatt geben, um mich zu halten, aber das rechnet sich nicht für mich.

So hatte ich heute zwei überaus freundliche Gespräche, die mir Freude beschert haben. Die neue Versicherung ist rund ein Drittel günstiger als die Alte. Und das Umsteigen war doch nicht so beschwerlich, wie es am Anfang immer aussieht.


22 April 2026

Irrweg...

 ...an vergangenem Montag habe ich auf eine Kontaktanzeige der Nebenangruppe geantwortet. Ein junger Mann, im Alter meiner Kinder, sucht eine alte Person, der er behilflich sein kann. Als Gegenleistung solle Hilfe beim Deutschlernen geboten werden.

Zuerst schien mir das eine gute Idee und dann kam es gestern zu einem Treffen. Er lud mich zu sich in seine WG ein und servierte mir Tee. Er ist in der Gastronomie im zweiten Jahr der Ausbildung und möchte gerne in Deutschland bleiben.

Schon während dessen dachte ich, dass es etwas schnell geht. Trotzdem habe ich mit ihm verabredet, dass er heute um 16 Uhr zur Sprachhilfe kommt. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, erinnerte ich mich an das heute Nacht Geträumte.
Im Traum war ich auf Wohnungssuche und fand schliesslich bei Frau St. Obdach.  Frau St. war die Mutter meiner ersten grossen Liebe und ist schon lange tot. Dazu muss ich sagen, dass ich öfter von ihr geträumt habe. Solange sie lebte durfte ich ihr Haus im Traum nicht betreten. Erst seit sie tot ist darf ich hinein. Begleitet von einem unguten Gefühl habe ich mich entschlossen, den Termin mit dem jungen Mann abzusagen. Und das ungute Gefühl im Solarplexus hält an.


15 April 2026

Drüberweg sein...

Ich verreise für ein paar Tage. Beim Kofferpacken hab ich meinen Kulturbeutel in der Hand gehabt und mich beschlich ein komisches Gefühl. Den hatte ich damals Norbert geliehen, als er 2019 in Reha ging.

Im Seitenfach waren noch Fertigspritzen, vermutlich gegen Thrombose, und mir wurde irgendwie schlecht. Deshalb habe ich den Kulturbeutel weggeschmissen! Im nächsten Moment war mir klar, dass ich über die vergangenen Beziehungen und auch überhaupt, über Alles hinweg bin. Das tut mir gut. Ich reflektiere über die Vergangenheit, aber gefühlsmässig bin ich vollkommen raus. Daran habe ich lange genug gearbeitet.




 

11 April 2026

Geschafft...

 ...der Geschirrschrank, Wäscheschrank und das Katzenpuff sind geputzt und aufgeräumt! Aber auch jetzt noch gilt: Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen.

Zumindest für meinen Kleiderschrank, für den ich Ablagebretter kaufen muss. Dann muss ich nur noch die grossen Löcher in der Decke und geringfügig abgeplatzten Putz an einer Wand verputzen. Die Türzargen kommen als vorletztes dran. Da sind von der Enkelzeit grössere Abriebe vom Türgitter sichtbar.

Und ganz zum Schluss mache ich von aussen am Haus die Lüftungsschlitze über dem Spiegel links von der Türe. Das muss ich erst abschmirgeln und dann streichen, bevor ich die neuen Magnete anbringen kann. Die Hauswand könnte auch einen neuen Anstrich vertragen, aber das ist Sache der Vermieterin.

Soviel hab ich aussortiert und verschenkt, teilweise einfach unter den Ahorn gelegt, dass sich endlich ein gutes Gefühl von "Fertigsein" eingestellt hat. Das geniesse ich jetzt richtig. Ach, die neue Schlafzimmerlampe muss noch angeschlossen werden, fällt mir grade ein. Bevor ich es vergesse: Vermutlich war es das erste Mal, dass ich den Geschirrschrank ausgewaschen habe. Habe auch für mich Beweise, dass es so ist. Das oberste Brett und der Schrankboden waren richtig staubig, das Wasser war schwarz. Die beiden mittleren Bretter waren kaum staubig, das Wasser war so gut wie klar. Das kommt daher, dass Norbert mir die zwei mittleren Bretter nachträglich eingebaut hat, damit ich mein Geschirr dort verwahren kann. Das heisst, ich habe womöglich Staub von meiner Mutter ausgewischt. Aber jetzt mache ich erstmal eine Pause und gehe mit Hexe in den Wald.


07 April 2026

Weh und Ach...

Ostern ist vorbei und es ist schönes Wetter. Seit heute Nacht sind meine barbarischen Rückenschmerzen besser, aber noch lange nicht weg. Seit Karfreitag plagen sie mich in ungekannter Intensität. Vermutlich ist  die nächste Bandscheibe eingequetscht, oder mein Körper will mir was sagen. 

 
Komischer Weise sind die Schmerzen in den frühen Morgenstunden, so ab 3:00 am schlimmsten. Dann kann ich mich fast nicht bewegen, muss ganz steif aus dem Bett um zur Toilette zu gehen. Die Treppen kann ich fast nicht gehen, es ist eine Qual, als ob jemand ein Messer in die Wirbelsäule gesteckt hätte und darin umrührt. Die Schmerzen sind so stark, dass ich schwitzen muss und kurz davor bin mich zu übergeben. Habe versucht es weg zu atmen, aber das gelang mir nicht. Ich habe dann mit meinem Körper gesprochen, ihm gesagt, dass ich verstanden hätte,

nachdem mir in den Sinn kam, dass es mit meinem Vorhaben nächste Woche etwas zu tun haben könnte.  Ich habe mich so darauf gefreut und habe auch schon mit Freude Vorbereitungen dazu getroffen, ohne an etwas Negatives zu denken. Drauf gekommen bin ich durch den Gedanken, wenn das so bleibt, kann ich das gar nicht machen. So war es von Sonntag auf Montag. In der Nacht darauf habe ich mich beobachtet und die Schmerzen kamen erst viele Stunden später, so gegen 8:00 und viel weniger heftig. So wie es jetzt ist, geht es einigermassen.


Ich kann meine Geschirrschrank Aufräumerei fortsetzen, die Etage mit den Gläsern ist fertig. Man glaubt nicht, was man so über die Jahre alles hortet. Was ich nicht brauche verschenke ich, oder schmeisse es weg. Habe in eine alte, mit Zuckerguss überzogene Mandel gebissen und fest gestellt, dass sie nach all den Jahren ungeniessbar ist. Mein Kerzen und Feuerzeugvorrat hat jetzt endlich genügend Platz, so dass ich alles im Dunklen finden kann, ohne dass Porzellan kaputt geht.





 

03 April 2026

Morgengrauen

Heute, ganz früh am Morgen, bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Ich habe den Fernseher nicht eingeschaltet und vertraute darauf, dass es schon klappen würde, mit der Einschlaferei. Dann habe ich überlegt, wie ich die Abfolge meiner Arbeiten im Haus am Besten bewerkstellige. Ich habe im Treppenaufgang eine grosse Glocke hängen gehabt. Als meine Enkelbuben noch klein waren, haben sie mit ihr geläutet, aber je grösser sie wurden, desto mehr Kraft haben sie angewandt. Das Ende vom Lied war, dass die Glocke ausgerissen wurde, aber niemand fühlte sich dafür zuständig. Jetzt habe ich ein grosses Loch in der Decke und ich will das reparieren.

Im Zuge meiner Schrankaufräumerei habe ich das Weihnachtskarussell wieder in der Hand gehabt. Das habe ich vor drei, vier Jahren gekauft und fand es ganz schön, wie die filigranen, goldenen Teile sich durch die Kraft einer brennenden Kerze schnell drehten. Leider hat mein Enkel es kaputt gemacht, die Alten schauten zu und haben es nicht verhindert. Natürlich bin ich auch selber schuld, ich hätte es ja auch gleich wegtun können vor der Besuch kam.

Das ging mir heute Morgen durch den Kopf und irgendwie geriet ich in unbekannte Wutzustände. Das war richtig heftig. Das Wutgefühl kam nicht aus der Halsgegend, sondern tief aus dem Bauch. Zuerst wollte ich es ersticken, aber dann sagte es mir, ich solle das zulassen. Ich erinnerte mich, dass man diese Energieschübe mit Bewegung auflösen soll. Jedoch, eine Runde um den Block rennen, oder Holz hacken ist nicht möglich, deshalb begann ich zu atmen, so wie man das während einer Geburt tut. Durch die Nase ein, tief in den Bauch und durch den Mund aus. Frau Neumann sagte, dass man ALLES veratmen kann, Schmerz, Angst und alles andere auch. So habe ich das eine ganze Weile lang gemacht und dann stellte sich ein Gefühl ein, das dem, nach einem Weinkrampf und Naseputzen gleich ist: Erleichterung! Das ist unglaublich! Bin richtig froh, dass ich es so gemacht habe. Aber es kommt nicht aus dem Nichts. Seit Tagen sage ich der geistigen Welt, dass ich bereit bin mich zu verbessern. Ich schreibe das nicht als Vorwurf, sondern als Wegweiser aus der Wut heraus.