...um 5:00 in der Früh.
Heute morgen wurde ich wach und habe irgendwie über Buddha nachgedacht. Früher dachte ich, dass er als Gott geboren und in unverwüstlicher Ganzheit sei, von Anfang an. Aber das kann nicht stimmen. Mitgefühl kann nur der empfinden, der selber Schmerz, egal in welcher Form, gefühlt hat. Auch ein Gott.Vor 6-7 Jahren war Norbert in Behandlung beim Psychologen, der ihm das Buch von Hermann Hesse, Siddhartha, zum Lesen empfahl. Ich habe es ihm besorgt und habe auch reingeschaut. Es war mir zu langweilig. Und wenn ich es gelesen hätte, vlt hätte ich die Essenz gar nicht erfasst, weil ich im Herz noch nicht soweit war. Aber jetzt fange ich an 1+2 zusammen zu zählen und kann verstehen was vor sich geht.Tatsächlich hat Buddha seine Mutter ganz früh verloren und wuchs im Goldenen Käfig auf. Dass der goldene Käfig Schmerz verursachen kann, darüber muss ich noch nachdenken. Mir stellt sich die Frage, ob man Freiheit vermissen kann, wenn man sie überhaupt nicht kennt. Aber als Empath sieht man den Schmerz der Welt an allen Ecken und die Menschen und Tiere rufen Mitgefühl hervor. Das hat Buddha ganz sicher gesehen und gespürt.Bei diesen Überlegungen wird mir auch klar, warum Gottvater seinen Sohn auf die Erde schicken musste. Gott, als reines Bewusstsein, konnte die Schmerzen der Welt nicht fühlen. Dazu musste sein Sohn Mensch werden und durch ihn kann Gott nun den Schmerz fühlen. So das theologische Gedankenkonstrukt. Die Geschichte mit der Erbsünde und den Sünden der Welt, die Jesus hinweg nahm, ist eine andere Baustelle.
Ergänzung am 9.10.: Wenn wir Gott gleich sind und gleich dem Menschensohn, dann fühlt Gott auch durch uns den Schmerz der Welt. Das ist zwar ein verkürzter Gedanke, wegen den Tieren und Pflanzen, aber ich bin auf der richtigen Spur.💗Da tut sich ein noch weiteres Feld auf. Warum geisseln sich Menschen selber, warum legen sich Menschen bei Wallfahrten Erbsen oder Kieselsteine in die Schuhe? Tun sie das zur reinen Busse, oder soll es Gott als Gefühl dargebracht werden? Das muss ich noch mal weiterdenken.
Das heisst: Leiden ist normal. Jeder leidet irgendwann, worunter auch immer. Seelisch, oder körperlich. Nur Dauerleiden ohne Ende, ist nicht natürlich. Persönliches Leid, hilft bei der Reifung der Persönlichkeit. Ich bin kein Masochist, deshalb habe ich mich auch aus den Fängen anderer befreit.