26 September 2026

Die Verwandlung ist im Prozess...

 ...kann es kaum glauben, aber ich bemerke nie gekannte Gefühle in und zu mir.

Gestern war ich schnell in der Garage, um Milch für meinen Kaffee zu holen. Ohne lange Hose, nur mit dem Oberteil. Vor einiger Zeit habe ich einen hohen Spiegel gekauft, eigentlich für Hexe, damit sie sich selber sehen kann. Aber sie lehnt es so vehement ab, dass ich fürchtete, sie geht nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz, wenn ich ihn im Wohnzimmer lasse. Deshalb habe ich den Spiegel in den Eingangsbereich gestellt, um den Sitz meiner Kleidung zu prüfen, vor ich das Haus verlasse. Von der Türe her fällt bei Sonnenschein viel Licht ein und beleuchtet jede Delle, jeden Besenreiser und die unübersehbaren Krampfadern. Wenn ich gut drauf war, dachte ich bei meinem Anblick, sie tragen mich, so ist es eben. Manchmal auch, so schlimm ist es nicht, bin ja auch schon alt, aber nie, wirklich nie, war ich einverstanden mit, oder erfreut, über das, was ich sah.🌸 

Gestern war das anders. Interessiert betrachtete ich meine Beine, von allen Seiten, von ganz nah und weiter weg. Die verhassten "Tränensäcke" am oberen Ende, die mich begleiten, seit ich 2004 meine Hormontabletten abgesetzt habe. Die Ablehnung, die ich sonst empfand, blieb aus. Nicht nur das, sondern ein gutes Gefühl ergriff mich. Einverständnis breitete sich in mir aus, um nicht zu sagen Liebe. Nix Dramatisches, sondern eher Zufriedenheit mit mir selber. Ein🌸 DAS BIN ICH!🌸

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ergründen wollte, was da vor sich geht. Ich erkläre es mir so: Damals, als ich Norbert kennen lernte, fiel mir sein Aussehen sehr auf. Nach nur ein paar Tagen wurde es anders. Seine Brandnarben und die anderen Disharmonien in seinem Gesicht wurden für mich unsichtbar. Man sagt dazu auch, man sieht mit den Augen der Liebe. Bis nach seinem Tod war das so. Erst eine Weile später, sah ich, was wirklich war.🌸Vermutlich geht es mir jetzt mit mir selber so. 

Die ständigen, unerwarteten Nörgeleien meiner Freindin, bezüglich meines Aussehens in jungen Jahren, haben ihr Werk sehr lange getan. Sie säte die ersten Zweifel. Schon damals wusste ich, dass ihre Einlassungen, alla ich (sie) sehe so scheisse aus, nur die Türe für Kritik an mir öffnen sollten. Da kamen dann Sätze, wie du hast aber keinen schönen Bauchnabel, oder deine Zehnägel sind aber nicht schön. Schon damals war mir klar, dass es ein Grundeinverständnis mit sich selber geben muss, sonst würde keiner je aus dem Haus gehen. Selber sah und sehe ich mich in der Mitte. Es gibt Menschen, die viel schöner sind und welche, die weniger schön sind, als ich es bin. Vermutlich ist es einfach die Ausstrahlung. Denn, Schönheit ist eine Tatsache, die sich nicht weg nehmen lässt, aber die Ausstrahlung lässt sich zerstören. Da reicht es, wenn man subtile Ablehnung für längere Zeit spürt. Und  Verachtung, die in jedem dritten Satz zum Ausdruck kommt, wirkt noch heftiger.🌸Aber das habe ich hinter mir gelassen.




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