Karfreitag...
Soll ich ich den heutigen Tag Tag der Busse nennen? In den Kirchen ist der Christus am Kreuz abgedeckt. Und ich leide auch! Gestern waren wir wieder mal ein Haus anschauen. In einem netten Dorf mit einer bekannten, wunderschönen Barockkirche, nahe der schwäbischen Dichterstrasse. Erst waren wir Feuer und Flamme, wie jedesmal. Nach einer Nacht des Hin- und
herdenkens kommen unsere Zweifel und die nackten Tatsachen. Fakt ist: Mit 450,-- ist dieses Haus zu teuer weil das Bad und die Toilette
kein Fenster haben. Das ist nach Feng Shui tödlich!
Ich habe aus Dummheit in zwei Wohnungen gelebt, die auch entweder keine Türe oder kein Fenster in den Sanitärräumen hatten. Fragt nicht wie ich gelebt habe. Mehr schlecht als recht und das Schlimme ist, man merkt überhaupt nicht woran es liegt.
In besagtem Haus gestern waren zwar neue Plastikfenster drin aber kein Ofen, keine Rohre, dafür liegt im ganzen Haus dunkelblauer, abgenutzter Teppichboden. Ein Dejavu! In unserem jetzigen Haus war das genauso. Der Vermieter sagte, er gebe es dem, bei dem er am Wenigsten Aufwand hätte und obendrein wollte er Sicherheiten, sprich Kaution falls die Mietzahlungen ins Stocken kämen.
Gestern waren wir mit allem einverstanden. Erst heute kam mir das grosse Grausen. Wieder mal bin ich diejenige an der es scheitert. Aber er hat ja auch noch nicht angerufen.
Zufallsbekanntschaft

Um nicht mehr wie die Lämmer zur Schlachtbank zu gehen haben wir jetzt beschlossen eine Liste zu machen und diese im Beisein des Vermieters durchzugehen. Knallhart unsere Meinung zu sagen wenn uns etwas überzogen vorkommt. Vielleicht ist es dann besser.
Dabei hatte ich soviel auf den gestrigen Vollmond gegeben.
Ergänzung: Er hat angerufen und stand quasi schon vor der Türe. Norbert sagte ihm was wir denken. Er hat es gelassen genommen.
Aber, es ist wie schon beim ersten mal ein scheisskomisches Gefühl wenn ich etwas ablehne was ich haben könnte. Ich kann das garnicht richtig beschreiben.
Es raubt mir den Verstand und nimmt besitz von meinen Bauchgefühlen - ich kann mich nicht dagegen wehren. Vor meinem inneren Auge sehe ich den Mund des Hausbesitzers, auf der Unterlippe ein riesiges, eitriges Herpesgeschwür.
Dauernd denke ich, dass ein nasser Schwarzteebeutel zwischen seinen Lippen das Riesending zum Verschwinden bringen müsste.