Gestern nachmittag war ich endlich auf meiner Hausbank und habe mein Konto aufgefüllt. Habe die letzten Monate mein Muster voll ausgelebt, unter dem Vorwand, die Autoreparatur nicht aus dem laufenden Budget bestreiten zu können. Allein das neue Buch kostet 98 €uro. Es ist ein rares Zeitdokument, veröffentlicht in den sechziger Jahren, vergriffen und bis zu letzt im Angebot für sage und schreibe 800 Euro. Jetzt gab es eine neue Auflage und ich habe zugeschlagen. Es ist deshalb so wertvoll, weil die Nazis alle Beweise vernichteten, bis auf einen Landkreis in Unterfranken, wo es aus unerfindlichen Gründen, nicht geklappt hat.Beim anschliessenden Stadtbummel traf ich eine Frau, die seit 17 Jahren ihre Leckerlis, auch meinen jeweiligen Hunden, zugutekommenlässt. Zuerst hatte sie es eilig, aber dann kam sie wieder und wir sprachen miteinander. Sie sieht momentan richtig müde aus und sie ist ziemlich fertig. Der Lebensgefährte hat Lungenkrebs, braucht Chemo. Vier. Irgendwann brach es aus ihr heraus und sie erzählte mir von ihrem Leid. Das was sie mir erzählte, lässt auf einen Narzissten der üblen Sorte, schliessen. Die Bezeichnung "Gassenengel und Hausteufel" hat ihr gefallen, weil es so zutreffend beschreibt, was vor sich geht. Es ist immer das selbe, als ob sie ein gemeinsames Drehbuch hätten. In ihrer Art unterscheiden sie sich schon, aber es zieht sich der rote Faden durch alle ihre Existenzen. Leider kann ich nicht helfen, ausser Hilfe anbieten kann ich nix tun. Vlt hilft es ein wenig, wenn das Übel einen Namen bekommen hat.
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