Fast täglich schau ich hier die Statistik an. Dabei komme ich auf eine Liste der meistgelesenen Posts, die täglich wechselt und so alte , vergessene Posts nach oben spült. Es sind etliche Kommentare darunter, die kritisch gegenüber meiner Person sind. Es tauchen Worte wie selbstherrlich auf. Und auf manchen Fotos strahle ich Selbstbewusstsein und Selbstliebe aus. Damals habe ich die Kritik von mir gewiesen. Teils weil sie unsachlich, gehässig und unter falscher Flagge war, aber auch weil es mir nicht bewusst war, wie ich wirkte.
Und, ich wusste nicht was ich heute weiss. Ja, ich habe gestrahlt! Aber nicht aus mir selber heraus, sondern weil ich mich von meinem verstorbenen Mann und Narzisst über alles geliebt geglaubt habe. Das hat mich so vermeintlich selbstsicher gemacht. Der Aussenwirkung ist es aber egal, aus welchem Grund es so ist, es wirkt einfach. Zwischen diesen beiden Fotos liegen mehr als 20 JahreTatsache ist aber, dass es in einer Betrachterin Neid auslöste. Und genau dafür bin ich nicht verantwortlich. Wenn ich heute diese Fotos anschaue, finde ich, dass ich auf vielen einfach zu Viel bin. Irgendwie zu Viel von allem. Heute gefällt mir meine künstliche Haarfarbe von damals überhaupt nicht mehr und sehe sie als äusseres Zeichen meiner inneren Zerrissenheit. Vermutlich kommt das zu Viel auch daher, dass ich mindestens 20 Kilo schwerer gewesen bin.Genaugenommen kommt es mir vor, als ob ich mit der Erika von damals gar nichts mehr zu tun hätte. Und doch war der Weg nötig um mich jetzt erneuert zu fühlen. Wenn ich klar sehen kann, warum die vielen Irrtümer und Verwirrungen nötig waren, möchte ich in befreites Gelächter fallen, aber es ist alles noch zu frisch um es unter Humor zu verbuchen. Es ist ein steiniger Weg, den ich seit 1,5 Jahren beschreite, das Ziel ist in Sichtweite, aber 100% angekommen bin ich noch nicht. Ich kann nur sagen, es lohnt sich!
Stand heute, benötige ich keine Rollen und Masken mehr. Ausser der allzeit gut Sichtbaren: Mein Hut und meine Sonnenbrille. Mir selbst gegenüber bin ich stets ehrlich bis zum Erbrechen gewesen, bis auf das, was ich erfolgreich verdrängt hatte, und das war eine Menge. Wenn die Narzissten in meiner unmittelbaren Umgebung die Realität anders erzählten, habe ich still gehalten und die Konfrontation aus Blindheit und Bequemlichkeit meistens gescheut. Das will und werde ich in Zukunft anders machen.
Gerade für mich, die nie verstand, dass es Frauen gibt, die eine Schwangerschaft erfolgreich zu verdrängen im Stande sind, ist es schwer zu verstehen, wie ich selber Tatsachen so lange verdrängen konnte. Dass ich überhaupt dazu fähig war. Jetzt liegt alles ausgebreitet und gut sichtbar vor mir und ich hoffe, dass mir nie wieder irgendwas die Sicht vernebelt. Nicht zu letzt hat mir auch der schwarze Opal dabei geholfen, klarer zu sehen.


